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“Rupley scheint den harmonischen Raum sorgfältig zu formen: neblig, quasi-ekklesiastisch, eine Erinnerung an ein Ritual. Die Aufnahme ist fabelhaft. Rupleys Liebe zum Detail und seine Artikulation sind beide ausgezeichnet. Besonders in den langsameren Passagen spürt man, wie viel Aufmerksamkeit Rupley den Dissonanzen gewidmet hat: so mild sie auch sein mögen, sie tragen ein echtes emotionales Gewicht. Dies ist wirklich eine der besten Klavieraufnahmen, die mir seit langer Zeit begegnet ist.” (Fanfare Magazine, USA)

US-amerikanischer Pianist Joshua Rupley (*1993) folgt Einladungen zu Konzerten und Meisterkursen im deutschsprachigen Europa, den USA, Griechenland, Südafrika und Asien. Geschätzt für sein lebendiges und farbenreiches Klavierspiel, widmet er sich intensiv der Gattung Kunstlied und der Klaviermusik von Bach bis Messiaen wie auch der zeitgenössischen Musik, für die ihm zahlreiche Werke gewidmet wurden. Ein Musikkritiker aus England schrieb neulich: “Joshua Rupley is the pianist composers call when they want their music to be treated with reverence.“

In der rauen Hochwüste von New Mexico aufgewachsen, hat die einzigartige Landschaft sowie die Fusion der Latino, Pueblo und englisch-deutschen Kultur seine Ästhetik und sein Weltbild bestimmt. Ähnlich prägend war die Literatur: Julian von Norwich, Fjodor Dostojewski, Richard Dehmel und Joseph von Eichendorff gehören zu den Autoren, die seine Auffassung von Musik am stärksten beeinflusst haben. Das Ergebnis ist eine Musik, die Kritiker als „mitreißend“, „ehrlich“, „sensibel“, „lyrisch“ und „facettenreich“ beschreiben.

 

Als Joshua Rupley sechs Jahre alt war, schenkten ihm seine Eltern zu Weihnachten ein Heft Notenpapier. Er brachte sich daraufhin selbst das Notieren von Musik bei und komponierte, bevor er überhaupt ein Instrument spielen konnte. Im Rahmen einer freien Hausschulbildung in Albuquerque vertiefte er sich mit wachsender Neugier in Poesie, Sprache, Naturwissenschaft, Theater und Politik – als Teenager gründete er sowohl einen Verein, der Jugendliche zu Gesprächen mit Abgeordneten nach Santa Fe brachte, als auch eine eigene Theatertruppe, mit der er Shakespeare, Molière und Wilde auf die Bühne brachte.

Mit elf Jahren erhielt er seinen ersten Klavierunterricht, mit vierzehn kamen Kompositions- und Klavierunterricht beim Komponisten Michael Mauldin hinzu, der ihm zur Uraufführung eines eigenen Orchesterwerks verhalf – Rupley dirigierte die Premiere mit fünfzehn Jahren selbst. Wenig später übernahm er, inzwischen im Dirigierunterricht bei Gabriel Gordon, die musikalische Leitung des Laienorchesters Symphony Orchestra of Albuquerque. Mit sechzehn organisierte er seinen ersten eigenen Klavierabend und wurde in die Klasse von Falko Steinbach an der University of New Mexico aufgenommen; als erster Musiker in der Geschichte der Universität erhielt er das renommierte Regents-Stipendium, das ihm ein gleichzeitiges Studium in Klavier und Germanistik ermöglichte.

Eine Reise zum Klavierfestival Lindlar 2011 entschied seinen weiteren Weg: Rupley verliebte sich in Deutschland, erlernte innerhalb von sechs Monaten die deutsche Sprache auf akademischem Niveau und moderierte im Jahr darauf sämtliche Konzerte des Festivals. Mit zwanzig Jahren wanderte er aus – zunächst als Austauschstudent, dann fest immatrikuliert an der Hochschule für Musik Würzburg, wo er bei der Bach-Spezialistin Inge Rosar und anschließend bei Silke-Thora Matthies studierte. Zwei Masterstudiengänge folgten, Klavier bei Matthies und Liedgestaltung bei Gerold Huber, bis er sein Studium 2025 mit dem Meisterklassendiplom, dem höchsten künstlerischen Abschluss im deutschen Hochschulsystem, abschloss.

Rupley wurde zweimal in Folge mit dem Deutschlandstipendium ausgezeichnet, sein Liedtrio mit den Sängerinnen Anna-Lena Müller und Lena Elisabeth Vogler von der Yehudi-Menuhin-Stiftung gefördert. Zu seinen Wettbewerbserfolgen zählen der erste Preis der Jackie McGehee Young Artists Competition, ein vierter Preis bei der Olga Kern International Piano Competition sowie ein Diplom der Euregio International Piano Competition Geilenkirchen. 2017 lieh ihm die Yamaha Music Foundation of Europe für ein Jahr einen Konzertflügel des Typs C3X, den er anschließend mit der Unterstützung zahlreicher Förderer erwarb; 2022 kaufte er einen Steinway Modell B-211.

Als Solist und Kammermusiker trat er unter anderem beim Kissinger Sommer, dem Würzburger Mozartfest, dem Val Tidone Festival, der Jeunesse Musicales Schweiz und dem Festival für verfemte Musik Schwerin auf. 2023 spielte er beim KlangArt Vision Festival in Sachsen-Anhalt Beethovens Hammerklaviersonate und die Uraufführung von C. René Hirschfelds siebensätzigem Zyklus „Musik für Piano Solo“, dessen Einspielung 2025 beim Label TYXart erschien – das amerikanische Fachmagazin Fanfare zählte sie zu den fünf besten Alben des Jahres und lobte die beinahe hypnotische Wirkung des Spiels. Im Juni 2025 folgte die Uraufführung von Hirschfelds 45-minütigem Klavierkonzert „nacht.wachen“ mit dem Kyiv Symphony Orchestra unter Francesco Cagnasso – ein Werk über einen Luftangriff, gespielt in der historischen Junkers-Flugzeugfabrik in Dessau, in der einst Bomber gebaut wurden. Michael Mauldin, sein erster Kompositionslehrer, hatte ihm bereits 2011 sein Werk „The River“ gewidmet; 2024 folgten Hirschfelds vier Notturni.

Als Liedbegleiter ist Rupley regelmäßig mit dem Tenor Benedikt Heggemann und der Sopranistin Theresa Romes zu hören; mit ihnen entstanden die Alben „Lieder von Strauss, Schönberg, C. Schumann“ (2020) und „Trost“ (2021, Lieder von Schubert, Schumann und Wolf). 2026 veröffentlichte er eine Solo-Einspielung mit Mendelssohns „Liedern ohne Worte“ und Ravels „Gaspard de la nuit“. Von 2018 bis 2020 leitete er gemeinsam mit Gerold Huber die Konzertreihe „Werkstatt Lied München“.

Seit 2021 unterrichtet Rupley Kammermusik und Liedbegleitung an der Leopold-Mozart-Hochschule für Musik der Universität Augsburg. 2025 gründete er gemeinsam mit Prof. Kristin Ditlow (University of New Mexico) das Austauschprojekt „Die Liederreise“, das jährlich eine Gruppe junger Sänger und Pianisten aus aller Welt für drei Wochen nach Deutschland führt – mit täglichem Meisterkursunterricht und Seminaren zur deutschen Lyrik. Joshua Rupley lebt mit seiner Frau und seinen drei Söhnen in Friedberg, Bayern.